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25 Jahre empirische Sozialforschung in Deutschland


(© Sven Bähren_Fotolia.com)

Anlässlich des GESIS-Institutstages „25 Jahre GESIS“ am 14. Juni 2012 in Köln werden in dieser Ausgabe von „Recherche Spezial“ solche Entwicklungen aufgegriffen, die innerhalb der empirischen Sozialforschung für diesen Zeitraum zu bedeutsamen Veränderungen geführt haben.

Hierzu gehören computergestützte Erhebungstechniken wie CATI/CAPI/CASI und insbesondere die internetgestützten Befragungen. So liegt der Anteil der Online-Interviews bei den Mitgliedsinstituten des ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute im Jahre 2010 bei 38 Prozent und übersteigt damit erstmals den Anteil der Telefoninterviews. Bedingt durch die voranschreitende Nutzung von Mobiltelefonen und der starken Zunahme an Online-Erhebungen sind Fragen der Stichprobenziehung wieder (neu) zu überdenken.

Mit der von der DFG 1999 unter Vorsitz von Max Kaase veröffentlichten Denkschrift „Qualitätskriterien der Umfrageforschung“ wurde der Anstoß zu einer Vielzahl von Qualitätsstandards in der empirischen Sozialforschung gelegt. International mündeten die qualitätsrelevanten Anforderungen an die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen in die im September 2006 verabschiedete DIN ISO Norm 20252 „Markt-, Meinungs- und Sozialforschung – Begriffe und Dienstleistungsanforderungen“. Die Umfrageforschung ist von datenschutzrechtlichen Herausforderungen und Chancen in besonderer Weise betroffen, trifft es doch die Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens, das Gebot der Anonymisierung. Für Untersuchungen der Sozialforschung – wie auch der Markt und Meinungsforschung - ist der gesetzliche Erlaubnistatbestand vor allem für die Auswahl der jeweils zu befragenden Personen relevant, d.h. für die Ziehung repräsentativer Stichproben.

Der in allen einschlägigen Methodenhandbüchern ausführlich behandelte Themenbereich „Datenanalyse“ wurde in dieser Ausgabe von „Recherche Spezial“ gänzlich ausgespart. Dies ist zum einen der Vielzahl an Nachweisen in diesem Bereich geschuldet, die den Rahmen dieser Ausgabe bei weitem überschreiten würden, zum anderen kann auf das von Christof Wolf und Henning Best 2010 herausgegebene „Handbuch der sozialwissenschaftlichen Datenanalyse“ verwiesen werden, in dem in über 40 Kapiteln eine umfassende Darstellung multivariater Analyseverfahren behandelt wird. Eine weitere Einschränkung ist zu noch erwähnen. Die hoch spannenden Entwicklungen in der qualitativen Sozialforschung konnten ebenfalls keine Berücksichtigung finden. Sie böten mehr als ausreichend Material für eine eigene Ausgabe.

Die vorliegende Ausgabe versammelt ausgewählte Literatur- und Forschungsnachweise ab dem Jahre 1987 zu den wissenschaftlichen Methoden der empirischen Sozialforschung in insgesamt sechs Kapiteln. Im ersten Kapitel sind Nachweise zu den Erhebungstechniken: Computer Assisted Telephone Interview (CATI), Computer Assisted Personal Interview (CAPI) und Computer-Assisted Self Interview (CASI) zusammengestellt. Das zweite Kapitel umfasst Arbeiten zu den internetgestützten Befragungen. Im Kapitel drei sind Nachweise aufgeführt, die sich mit der Stichprobenziehung beschäftigen, die sich aufgrund der wachsenden Zunahme an Cati-Festnetz und Cati-Mobil Umfragen sowie der internetgestützen Befragungen ergeben. Kapitel vier gibt einen Überblick über die Entwicklung von Längsschnittuntersuchungen, unter besonderer Berücksichtigung von (Online) Access Panels. Im fünften Kapitel sind schließlich Arbeiten aufgeführt, deren Inhalt Fragen zur Qualitätssicherung und den Qualitätsstandards behandeln. Schließlich werden in Kapitel sechs Arbeiten aufgeführt, die sich mit dem Datenschutz bzw. dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung beschäftigen.