Das Portal für die Sozialwissenschaften

Bestellen Sie jede gewünschte Ausgabe auch als Print-Version!

Zum Bestellformular

Zum kostenlosen PDF

"Tief im Westen" - Metropolregion Ruhrgebiet zwischen Kohle und Kultur


(© Paul Stock - Fotolia.com)

Anlässlich der ersten DGS-Regionalkonferenz "Strukturwandel zu Metropolen? Organisation - Kultur - Produktion", die vom 28. bis zum 30. September in Bochum stattfand, präsentiert die GESIS eine Sammlung sozialwissenschaftlicher Fachinformationen zur Metropolregion Ruhrgebiet.

Metropolen sind ökonomische Knotenpunkte, in denen sich Menschen und Märkte ballen, und sie sind Verflechtungsräume, in denen sich wirtschaftliche, kulturelle, soziale Entwicklungslinien verdichten und verbinden. Wandel prägt sich zunächst in Metropolen aus, hier treffen Modernisierungsdruck und Gestaltungswille am heftigsten und produktivsten aufeinander.

Das Ruhrgebiet, genauer: die multizentrische Metropolregion Ruhrgebiet, steht für einen sehr tiefgreifenden Wandel vom industriellen Kernland zu einer Dienstleistungs- und Kulturregion, die sich auf das Jahr der „Kulturhauptstadt Ruhr.2010“ vorbereitet. Diese ökonomische Neuausrichtung, die (Eigen-)Dynamiken der Zentren in der Region, die politische Verhandlung des Wandels, die Formen sozialräumlicher Identitätsbildung und auch Segregation machen das Ruhrgebiet zu einem Laborfall für die Metropolenforschung.

In sechs Kapiteln sind Literaturnachweise und Darstellungen zu Forschungsprojekten versammelt. Unter dem Titel „Strukturwandel und Regionalentwicklung“ finden sich vor allem empirische und theoretische Überblicksarbeiten oder solche, die mehrere Facetten des Wandels thematisieren. Auf den Wirtschaftssektor enggeführte Untersuchungen sind im zweiten Kapitel „Wirtschaft und Arbeitsmarkt“ zusammengefasst. Demographische Entwicklung und die besonderen Effekte durch Wanderungsbewegungen stehen im Mittelpunkt des dritten Abschnitts. Milieus, Lebenswelten, soziale Partizipation und kulturelle Formen beleuchten die Kapitel vier – „Segregation und Ungleichheiten“ – und fünf – „Kultur, Identitäten, Lebenswelten“ – aus unterschiedlichen Perspektiven. Im sechsten Kapitel schließlich sind historische Arbeiten aufgeführt.