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Unsichere Kindheit


(© krockenmitte/Photocase.com)

Der 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vom 6. bis 10. Oktober 2008 steht unter dem Generalthema „Unsichere Zeiten“. Zu diesem Anlass widmet die GESIS eine Ausgabe von „Recherche Spezial“ dem Thema „Unsichere Kindheit“.

Erstmals wachsen in der Bundesrepublik Kinder heran, von denen viele vermutlich weniger haben werden als ihre Eltern: weniger Wohlstand, weniger Bildungschancen, weniger soziale Sicherheit und weniger Zeit fürs Kindsein – mit ihren Eltern, mit ihren Freunden oder in der Schule. Zugleich wird an der Lebenssituation von Kindern der Zustand von Gesellschaften gemessen, und hier ist auch der normative Konsens, welche Faktoren ein „gutes Leben“ und „soziale Gerechtigkeit“ ausmachen, noch vergleichsweise groß. Diese Konstellation rückt die Bedingungen von Kindheit in den Mittelpunkt des Interesses, wobei die Perspektiven von Politik, Medien und Forschung vielfältig sind. Unter Gerechtigkeitsaspekten werden ungleiche Kindheiten, Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und die Perpetuierung von Benachteiligungsstrukturen in den Blick genommen, auch die Sozialisationseffekte deprivierter Lebenslagen.

Die Freiheitsaspekte von Unsicherheit – das Sich-Entscheiden-Können, die Offenheit, die kreative Ungewissheit, die neue Positionierung, die individuelle Nutzung von Entfaltungsmöglichkeiten – sind der Kern des aufklärerischen Bilds vom Kind. Gerade mit Bezug auf Kindheit zeigt sich jedoch, wie diese Freiheiten auf relativer Stabilität aufruhen und wie die biographischen Optionen in „unsicheren Zeiten“ begrenzt werden.

Der vorliegende Informationsdienst verzeichnet eine Auswahl aktueller sozialwissenschaftlicher Literaturnachweise und Forschungsprojekte zur Thematik, die schlaglichtartig verschiedene „Felder der Unsicherheit“ beleuchten sollen.